… gen Westen gen Westen

Eine Woche im kleinen Inselparadies Agistri liegen hinter uns und es ist Zeit zum Aufbruch, schliesslich laeuft unsere Zeit so langsam ab, leider. Wir nehmen diesmal die Abkuerzung duch den Kanal von Korinth um wieder ins Ionische Meer zu kommen, nach Nydri, wo alles begann. Vorher besuchen wir noch Epidaurus und das grandiose Theater von Apollon. Immer mal abwechselnd haben wir festgestellt, dass nach ein bisschen “Marina”time uns der Sinn nach Buchtenankern liegt, so liegen wir mal hier mal da, in Itea , Macynia und Messolonghi. Die Rion Bruecke, die sich an der engsten Stelle ueber den Korinth kanal zieht ist schon ein Bauwunder seiner Zeit und in Messolonghi hat man kurzerhand eine 2.5km lange Fahrstrasse zur Stadt gebuddelt, damit die Einwohner Anschluss ans Meer haben. Dort liegen wir neben der Ex-Yacht von Aristoteles Onassis’ Tochter Christina, die jetzt fuer Luxuscharter aufgehuebscht wurde. Leider ist uns auf halber Strecke nun auch das Hauptsegel gerissen, daher nur noch mit Wind von achtern Fahrt unter Segel. Jetzt liegen wir wieder in Nydri, der kleinen Hafenstadt im ambrakischen Golf und geniessen die noch verbelibende Zeit mit Fuss spa (kleine Putzerfische knabbern an den Fuessen :-)) und natuerlich der Lifeuebertragung des Rugby World Cup in Japan (GO ALL BLACKS). Ach ja und nicht zu vergessen sind wir allen Ehekrueppel nunmehr 16 Jahre verheiratet, was wir mit einer Flasche Schampus und einem leckeren Essen auch gebuehrend gefeiert haben.

Bis hierhin waren es rund 1200 Seemeilen (ca. 2000 km) und unsere Anthos hat sich dabei alle Sporen verdient. Der Rest ist eine Haufen Erfahrung, die wir sicherlich naechstes Jahr brauchen, wenn es dann so richtig losgeht. Die Gebuehr zur Teilnahme an der ARC+ (www.worldcruising.com) ist bezahlt und jetzt gibts kein zurueck mehr (und Crew brauchen wir auch noch !). Bis dahin werden wir noch so einige Modifikationen und Anschaffungen vornehmen und unsere Anthos wird noch viel mit uns durchmachen. Wir fuehlen uns sicher und zuversichtlich dass wir auch dieses Riesenabenteuer bestehen werden und freuen uns jetzt schon aufs naechste Jahr wenn es heisst “Following the light of the sun, we left the Old World (Christopher Columbus)”

One week in Paradise

Einige Tage auf auf See sind vergangen mal stuermisch mal weniger. Wir sind wieder in Richtung Westen unterwegs auf unserem Weg nach Paradise. Ja, den Weg nach Angistri sind wir gerne gesegelt, denn da erwartet uns vertrautes. Ein kleines Stueck Paradies und das vielleicht auch nur weil wir es so empfinden. Eingebettet zwischen dem Athener Festland und den Inseln des Saronischen Golfs kommen wir am 4.9. in Angistri an. Vor 2 Jahren waren wir das letzte Mal hier und ich vor sage und schreibe 27 Jahren in einem der schoensten Urlaube die ich erlebt habe. Damals frisch von Neuseeland zurueck hatten wir (Fiona aus NZ, Michelle aus UK und ich aus DE) uns hier getroffen auf eine Woche Spass zu dritt. Die Erinnerungen bleiben: Die unvergessliche Beachbar (die leider in einem Sturm nur noch eine Ruine zurueckliess), die Mofatour ueber die Insel (natuerlich ohne Helm und doppelten Boden), die neuen und inzwischen alten Freunde Steffen und Monique. Die griechischen Maedels und Jungs (Stavi, Renate, Dimi, Yiannis, Maria, etc) auch die sind noch da wenn auch leicht ergraut und ueber allem der Duft von Pinien in glasklaren Buchten. Nicht zu vergessen die unendlichen Mengen an Ouzo, Souvlakis, Gyros, Wein und Bier die zwischen damals und jetzt geflossen sind und immer noch fliessen. Die Musik und Taenze von Sirtaki bis Rapp die bis spaet ins Morgengrauen dauerten und die mueden Knochen, die wir am naechsten Tag in den Buchten von Limenaria, Dragonera und Milos ins Wasser halten konnten. Ein Deja Vu der besonderen Art. Die witzige Idee aus der langen Zeit ein Deja Vu zu machen ist vor 2 Jahren wahr geworden, 25 Jahre Angistri und es hatte geklappt, zwar ohne Fiona und Michelle aber dafuer mit der Insel und dem (den) altbekannten. Damals haben wir schon geschwaermt von heute, wie wir wohl wieder nach Angistri kommen wuerden, dann aber zu Wasser, auf der eigenen Jacht und wahr ist es geworden. Da liegen wir nun am Pier und schauen auf die traurige Beach Bar und die Bar von Dimitri. Das Mofa war natuerlich schnell gemietet (Helm gibts immer noch keinen) und kacheln um die Insel. Abends dann ein Essen bei dem und auch mal bei dem anderen und schon stellt sich dieses Urlaubsfeeling ein, keiner scheint einem die Zeit zu rauben und alles ist so als ob man die Insel nie verlassen haette. Kinder sind Erwachsene und leere Lehmstrassen sind touristisch erschlossene Zentren geworden, aber so im Kern, im kleinen Milos oder Megalochori ist so ein bisschen, nur ein bisschen die Zeit stehen geblieben. Unser schoenster Stop in Griechenland. Und zu guter letzt, als wir dann doch den Heimweg ins Ionischen Meer antreten muessen laesst uns die Insel nicht gehen (ne nicht offiziell), wir haengen fest an einer verdammt dicken verrosteten Ankerkette. Verdammt noch eins, ich fluche diesmal nicht, ich vergiesse eher einige Traenen. Bis auf ein Wiedersehn und Yamas.

Wir sind raus und ich will kein Salz mehr …

Es gibt Sachen, die mich selbst mit ueber 50 (!) noch wundern. Dazu gehoert, dass ich mal sagen wuerde “ich hab jetzt genug Salz”. Ja gibts sowas, ich und kein Salz. Salz auf Fritten, Salz im Essen, Salz vom Finger, ja Salz geht immer und ich bin da bestimmt sozusagen “uebersensibilisiert”. Aber jetzt reichts. In der letzten Woche sind wir bei permanentem Kaltwaschgang mit unserer ANTHOS durch die Waschanlage gefahren, nein nicht die mit Schaumbad sondern die 30-40kn mit bis zu 3-4m Wellen von der Seite, die ueber die Seite unseres Bluemsche gespritzt sind und wir mittendrin, wie wenn man beim Auto das Verdeck offen laesst. Ja klar, das nennt man “Segeln” und wenn ich mir schon unter der Coastal Classic und dem wildesten Rumrace zu Hause viel Seegang zugemutet habe, ist das ab jetzt fuer mich nur Kinderkarussell verglichen mit der Achterbahn, die wir hier hatten. Nun hatte ich nach so ein zwei Panikmomenten ja die Hoffnung, am Abend liegen wir dann wenigstens ruhiger in einer geschuetzten Bucht oder Hafen, da kann man das Bluemsche (zum auffrischen: ANTHOS heisst Blume auf griechisch) mal giessen und es ist wieder frisch, denkste.
Buchten und deren Straende ziehen die Dorfjugend an und abends wir ordentlich beschallt, Disco mucke von der uebelsten Sorte und unsere Anthos schwingt im Takt mit, denn ruhig ist was anderes. Jetzt machen endlich diese Gitter sinn, die man am Bett montiert, dass Du im Schlaf nicht aus der Koje faellst. Naja so schlimm wars nicht (aber wirds bestimmt irgendwann noch) aber angenehm schlafen ist was anderes. Ueberhaupt schlaeft man in einer Bucht wie eine Mutter mit Baby, das kleinste Geraeusch und Du bist hellwach, so stell ich mir das auch als Mutter vor (von wegen dafuer muss man schwanger werden).
Mit schlechtem Gewissen ob der Wasserverschwendung (nach dem letzten Post noch viel schlechteres Gewissen) spritz ich im Hafen dann unsere Anthos sauber, ueberall Salzverkrustungen und wir sind auch nicht besser dabei. Ok, so stuermisch solls heute nicht werden und ich denke noch, das haelt als wir Wetter und Wellen pruefen, lockere 15kn mit Gusts (Boen von 25kn), 1m Seegang (pff, laeppisch). Tja das Wetter hat bis vor die Hafenausfaht gestimmt, dann hauts uns das Mittelmeer um die Ohren. Klaus meint nicht ohne Ueberzeugung “Ich hab die Schnauze voll von dem Klackladen (Kykladen). Ja das passt, Santorini hab ich eh schon letztes Jahr gesehen und somit kehren wir dieser Inselgruppe dann mal unsere GKF Rueckseite und ziehen Richtung Norden wo wir dann endlich heute eine stetigen aber dennoch heftigen Am Wind Kurs fahren. Nach ein paar Stunden Achterbahnfahren mit Salzgehalt liegen wir nun einigermassen ruhig in Port Rafti (auch hier kann ich mir das Wortspiel “Port Roughy” nicht verkneifen). ANTHOS ist wieder versalzen, wir zum Glueck gewaschen (aussen und innen) und morgen gehts weiter. Nur zur Info, auf den Videos sieht das alles sehr harmlos aus, Erleben ist was anderes.

immer mal wieder wirds aufregend …

Jeden Tag entdecken wir aufs neue wie es so zugeht fuer die grosse Gemeinde der Langfahrtsegler, Griechenlandsegler und ueberzeugten Bootspropheten. Da geht es um die Distanz der Boote zum Nachbarn beim Anlegen, welchen Adaptor fuer den Stromanschluss braucht man denn dieses Mal, welcher Anker liegt mal wieder ueber unserem und muss beim Ablegen umstaendlich entwirrt werden und wieviel Wellenschlag vertraegt der Magen beim Schlafen. Als in allem gewoehnen wir uns an die Gepflogenheiten und finden das eine oder andere ist immer wieder Grund zum schmunzeln. Aber jeder muss mit Schock und Horror auf das reagieren, was wir gerade erlebten. WASSER IM SCHIFF !!! Nein, nicht so was daneben gelaufen beim abspuelen und- nein nicht bei starkem Wellengang das Glas Wasser verschuettet, nein nein nein.
Das Wasser was sich in der Bilge tummelt, das was dann irgendwann durch die Planken kommt, steigt und steigt, wie bei der Titanic nach Mitternacht, dann dieses schauerliche Geraeusch im Boot …plitsch…platsch…plitsch…platsch, wie in der Episode von Raumpatrouille Orion -die Exoterristen auf MZ4.
Nach ca. 50l Wasser, Kniescheiben mit Hornhaut und 4 Stunden in denen wir ANTHOS wirklich bis ins letzte Schaps (Fach) geschaut haben (das Photo kann aus aestaetischen Gruenden nicht gezeigt werden) liegt das Problem, oder besser gesagt haengt das Problem im letzten Winkel unterm Waschbecken. Bei unserem letzten Schlag (Segelstrecke), in denen wir mit Windstaerke 7 und 3-4m Wellen zu kaempfen hatten und ich so insgeheim das MOB (Man Over Board) Manoever im Kopf durchging hat sich die Halterung des Ausgleichsbehaelters geloest und gegen die Wasserleitung gedrueckt, die dann in die Bilge leckte wann immer wir das Wasser anstellten. Kein Wunder dass ich den 120l Wassertank nicht mal nach ner Stunde vollbekam. Die Tatsache, dass es kein Salzwasser war hat uns zwar zeitweilig beruhigt, aber wenn so ein Rinnsal dann einfach nicht aufhoert ist man schon besorgt, ob wir nicht schon mal die Schwimmwesten anziehen sollten. Wie auch immer, das Problem ist geloest und Anthos ordentlich durchgespuelt. Sogar der Ankerkasten ist blitzblank.

Was gabs sonst noch, ach ja…. die ARC ruft. Wie ja manche wissen, gab uns das den Anstoss fuer unser grosses Abenteuer. Die Atlantikueberquerung als organisierte Teilnahme einer Ralley von Las Palmas via Kapverden nach St. Lucia. Im November 2020 gehts los. Das gibt uns Zeit a. Geld zu sparen, um alle dafuer erforderlichen Anforderungen zu bezahlen b. Seemeilen und Erfahrung zu sammeln (da sind die 7 Windstaerken wohl eher eine leichte Brise) und c. unsere ANTHOS fuer ca. 3000 Seemeilen nonstop Atlantik aufzuruesten (da war der Strip von heute gar nicht schlecht denn endlich wissen wir wieviel Platz wir tatsaechlich unter der Couch haben).

Also es geht spannend weiter, derzeit noch auf Kea (Kykladen) segeln wir morgen wieder ins Blaue nach Kythnos usw. Es bleibt spannend. Ach ja, dem guten alten Poseidon hatten wir inzwischen auch einen Besuch abgestattet, schoen wars am Kap Sounion.

we made it to the other side

wir habens auf die ‘andere’ Seite (der Peleponnes) geschafft auch wenn nicht ohne ein paar Hindernissen. Zuerst muss ich feststellen, dass wir beide (Captain & Crew) uns in den letzten Tagen sicherer, zuversichtlicher und entspannter im Segeln unserer ANTHOS gefuehlt haben. Da haben uns auch die Boen (hier heisst das Meltemi) von bis zu 35kn nix ausgemacht (fuer Segler 8bf, fuer Autofahrer 65km/h). Ja das kann sie, ausser dass dann mal ein Ring wegfliegt und damit das Vorsegel unbrauchbar macht, tse tse. Aber mit ein bisserl Recherche haben wir dann Andrea und Jutta von Franks Yachststation ausgegraben (auch so Langzeitauswanderer) und die haben dann mal fix die schlappen 53 qm Segeltuch bearbeitet (da brauchts schon einen grossen Tisch dafuer).

Ein Highlight war das kleine Dorf Astros, noch nicht ganz im saronischen Golf hatten wir hier Schutz vor tagelangen Stuermen gesucht und waren wirklich happy mit unserem Liegeplatz und dem ganzen Drumherum. Ein nettes Oertchen noch nicht voellig ueberlaufen, und der erste Ort, der gut sichtbar Muelltrennung betrieb und einen Strand mit ordentlich Wellen hatte. Dazu hatten wir noch nette Nachbarn aus Aotearoa (Neuseeland), mit den wir uns ganz wie daheim auf “a cuppa” (“eine Tasse” irgendwas, hier natuerlich Bier) trafen. Und fliegende Fische habe ich auch gesehen (auf dem Wasser nicht im Glas !)

Neben Ausbesserungsarbeiten am Segel hatten wir dann noch ein Oelfilterwechsel und diverse kleinere Ausbesserungen die eben so anfallen. Das schwierigste dabei ist die Logistik, Ersatzteile zu finden und zu welchem Preis. Das wird uns in der Zukunft noch weiter beschaeftigen, denn die Liste der notwendigen Arbeiten und Materialien, die wir fuer die Atlantikueberquerung benoetigen, ist LANG. Das heisst, wir werden eine zentale Logistikstelle in Hanau haben, dort ueber die naechsten 6 Monate alles zusammenkaufen und auf dem Landweg nach Griechenland schaffen, wo es dann im April 2020 wieder losgehen kann. Ein Winterlager hat unsere ANTHOS auch schon, auf der Cleopatra Werft in Aktio (also jeder der den Film “Cleopatra” von 1963 mit Liz Taylor, Rex Harrison und Richard Burton so wie ich schon tausendmal gesehen hat, weiss um die Szene mit der Schlacht bei Aktio).

Aegina Stadt

Nun sind wir aber endlich im Saronischen Golf angekommen und die erste Uebernachtung war auf Poros, ein schoenes Inselchen und Oertchen, keine Frage, wir fragen uns nur, ob und wann hier nur noch Millionaere zugelassen werden. Da haben wir uns doch in eine Luecke manoevriert bevor der selbst ernannte griechische Anlegemanoeverassistent-boss uns wegjagen konnte mit der Begruendung man erwarte noch weitere grosse Motorjachten. Nix da, hier sind wir und hier bleiben wir und hatten dafuer Hafenkino par excellence. Da standen ca. 25 Mio Euro links und rechts neben uns, alleine die Jacht Bliss kostet schon schlappe 15 Mio. (uns findest Du nur wenn Du im Bild dem roten Pfeil folgst). Vor uns flanierten die Botox Kim Kardashians den Laufsteg auf und ab (oh, I’m underdressed) und die Jungs mit der dicken Brieftasche befinden sich an Bord in wichtigen Meetings. Brilliant dieses Hafenkino (und umsonst).

Weiteres demnaechst … auf nach Salamis (nein nicht die Wurst, der Ort).

und es geht weiter …

der letzte Post ist nicht zu verleugnen 2 Wochen her. Was ist passiert? Jeden Tag was neues, so ist das wenn man sich so kopfueber in ein neues Dasein stuerzt, sozusagen ins kalte (warme) Wasser. Unsere letzten 2 Wochen haben wir auf der Peleponnes Halbinsel verbracht, das erste grosse Segelerlebnis, was wie sich herauststellen sollte, eher ein Motorerlebnis war. Zum Segeln braucht es eben Wind und, nein, so ein leichten Hauch bringen unsere 11 Tonnen nicht in Bewegung, da braucht es doch schon 5kn Wind und mehr. Auch das hatten wir kurzzeitig. Aber en Detail hier einige Etappen und das was wir dort erlebt haben. Der vorletzte Tag auf Zakynthos und geankert in der Bucht von Agios Nikolausi – nein – Nikolaos. Dimitri – the Boss – ist hilfsbereit als wir uns doch entschliessen den Kai anzusteuern. “Wasser und Strom frei, keine Hafengebuehr” – dein Wohlwollen kannst Du in meiner Kneipe zeigen, haha die Griechen – also doch Geschaeftssinn ? Der letzte Tag auf Zakynthos und nach Ormos Keri zu den beruehmten blauen Grotten. Naja ein Fels mit Loch wo blaues Wasser zu sehen ist, beeindruckend ? oder bin ich da landschaftlich zu sehr von zuhause verwoehnt ? Bestimmt ist aber die Tatsache, dass man da mal so ankern kann und mal eben ins Wasser hupft, der Charme der Sache, anstatt wie gefuehlt zehntausend andere in Tuckerbooten der lokalen Anbieter durch das Hoehlenloch geschoben zu werden. Ups aufpassen, sonst wirst Du noch von ner Superyacht ueberfahren, die mal eben die Aussicht ruiniert oder Dir springt so ein Turmspringer von der Klippe darueber auf den Kopf, ne, da waren uns dann doch zu viel Menschen.

Am naechsten Tag Katakolon (Peleponnes) – ja wo sind sie denn (die Touris, die Flotillas, die Charterboote, ja irgendwie jeder?). So vollgestopft die Inseln im Ionischen Meer bis jetzt waren so einsam ist diese allergroesste Insel, die Peleponnes. Es scheint da traut sich keiner hin, nur die zahllosen kleinen Fischerboote, die so gar nicht seetauglich aussehen saeumen die Kais und Buchten der kleinen Orte die wir passieren. Schon anders, aber nicht verwunderlich, hier hat sich der Tourismus ganz klar nichts aufs Wasser sondern aufs Land konzentriert. Sagenreiche Geschichte wurde in Olympia, Pilos, Kalamata (ja wo die grossen schwarzen Oliven herkommen), Sparta, Delfi usw. geschrieben. Die Menschen hier teilen Ihre Doerfer und Ihre Geschichte noch seit vor Christi Geburt mit Tuerken, Russen, Italienern und Franzosen die meist auf Ihren Eroberungen die eine oder andere Stadt uebernommen (Kalamata, Monemvasia), zerstoert (Kayio) oder aber auch wieder aufgebaut (Pilos) haben. Und darueber ragt stets die grossartige griechische Befreiung, die Legenden von Odyssus, Schafskaese, Oliven und liebliche Tavernas. HELLAS!

Was gabs sonst noch, ach ja – erste Erfahrungen mit einer Ankerleine, die wir uns um den Propeller gewickelt haben (Pilos) – gemeistert! Erste Erfahrungen mit der Hafenpolizei (Kalamata)- Papiere (DEKPA, TEPAI, IBS, SBS, BSH, Versicherung) – gemeistert! Meterhohe Wellen von der Seite ohne seekrank zu werden – gemeistert! (wir sind beide ganz begeistert). Hart am Wind mit zu viel Segelflaeche bei Boen von 30kn – gemeistert! (wenn auch mit Herzklopfen bei kurzzeitiger 45 Grad Schraeglage – der Schrubber ist auch ueber Bord gegangen). Verstopfter Tiefenmesser – gemeistert! (wie ich muss da ein Stopfen im Boot rausziehen ?). Also alles in allem jeder Tag hat etwas zu bieten ob unter Anker in einer einsamen Bucht (nackt Baden ist herrlich) oder in einem der kleinen Fischerdoerfer (es gibt stets Seabream, Seabass und Octopus).

Es erstaunt mich wie wenig Fische und wie leer es unter dem Schiff ist, fangen die ueberhaupt noch was? – es scheint man kann hier eben nicht anders, was man seit Jahrhunderten schon macht, wird einfach nur immer schwerer, bis nix mehr da ist. Hoffen wir auf Besserung und sammeln wir jeden Tag unsere drei Stueck Muell auf.

Und nu ?- Aegaeis here we come. Wir haben die Peleponnes von West nach Ost befahren und zurueck geht es per Express durch den Kanal von Korinth. Viel Spass beim Weiterlesen, Klaus haelt Euch taeglich mit seinem Whats App Braodcasting auf Trab, bei mir dauert es mit den Blogeintraegen immer etwas laenger – ich bin ja auch schon ueber 50!!

Auch mit 50 noch über der Wasserlinie

Wow der grosse runde und wann feierst du? Och gar nicht. Geschenke? Braucht’s nicht. Der Tag war mein größtes Geschenk und seien wir mal ehrlich; “zurück geht die Uhr eh nicht” und … “je oller desto doller” … und “denke einfach an guten Wein der braucht auch Alter” …und “es kommt mit 60 noch viel schlimmer” …und.. und …und..

Den Tag genießen war der Wunsch und so steht man (Frau im gesetzten Alter) auf und geniesst ein Frühstück an Deck seiner (ihrer) Jacht (😛) in einer malerischen Bucht mit süßen Steinhäuschen, bunten Villen und im Wind schaukelnden Booten. Das Thermometer zeigt 27 Grad und der Skipper steuert eine einsame Badebucht an. Der Tag zieht an mir vorbei mit gutem Gefühl – alt fühlt sich anders an. Darauf einen Mittagsschlaf. Am Nachmittag läutet dann die Glocke (im Kopf). Zeit für einen Gin & Tonic oder ein kaltes Bier? OK beides. So jung kommt man ja nicht mehr zusammen. Wieder zurück in die Bucht wo angeblich Odysseus sein Unwesen getrieben hat (da streiten sich Lefkas und Ithaka seit Jahrhunderten drüber) und dann ein klein wenig (nicht zuviel) durch die Straßen schlendern, wo Griechenland von jeder Säule grüsst und die Tavernas motiviert auf Kundschaft warten die ihnen den wenigen frischen Fang des Tages abkauft. Ein geharzter Wein, ein Kiftekos, Saganaki oder Stifado … I like it.

Also so übel sind solche Geburtstag gar nicht. Yamas und bis zum nächsten Mal.

We are sailing …

Lange nichts gehoert von uns, was hauptsaechlich am unsaeglich langsamen wenn ueberhaupt vorhandenen Wifi liegt. Zwischen Posts liegen keine leeren Stunden sondern segeln, manoevrieren, lernen, putzen, kochen, basteln, reparieren, schwimmen, ankern, warten, schwofen und so weiter. Wir haben inzwischen ein paar Seemeilen hinter uns, wenn auch immer in Tagesentfernung zum sicheren Hafen von Nydri, wo wir wissen, dass ein liebenswerter Conny (hiesiger Chef des Pontoons wo wir anlegen zum auftanken von Wasser und Strom zu taeglich EURO 20) auf uns am Pier wartet und uns immer ein Laecheln und manchmal auch ein Bier schenkt 🙂 Wir werden immer noch nicht so schlau aus tausendundeiner Regel im Leben eines Bootsbesitzers, manches scheint doch mehr traditionsgebunden (Flaggen ?) manches unersetzlich (IBS-Internationaler Bootssschein) und manches kann noch warten (Bundesnetzagentur, diverse Anschaffungen). Also wir arbeiten dran. Auch eine erste Grundberuehrung mit anschliessenden schlaflosen Stunden der Ankerwacht haben wir schon hinter uns. Kein grosser Schaden aber der Schreck ist uns schon in die Knochen gefahren als die Felsen trotz grossem Anker und shoreline in der Nacht immer naeher kamen. Der umsichtige Skipper griff zum Messer und gekappt war die Leine, die wir noch bei den ersten Sonnenstrahlen geborgen haben. Ok, jetzt auch gelernt, was wir beim Ankern mit Schlamm besser machen koennen. Es kann so weitergehn …

Endlich im Wasser

Nach einer Woche auf Stelzen sind wir heute endlich zu Wasser gelassen worden. Der Ablauf war reibungslos. Die tüchtigen Griechen legten Anthos an den John Deere Traktor und ließen uns langsam ins Wasser gleiten. Der Motor lief und wir tuckerten zufrieden in Richtung Bucht. Aufetakeln haben wir bei 20kn dann doch auf morgen verschoben. Dann das erste anlegen am Pontoon. Fender raus-OK Funk absetzen “wir kommen”-OK Langsam einparken unter den wachsamen Augen unserer Nachbarn-OK Passerelle raus-OK. Jetzt haben wir uns ein GROSSES Bier verdient. 😅😅😅 Und dann noch die Waschmaschine getestet-OK. Happy happy sailors (ok motorers).